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Über Diabetes

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus ist eine Erkrankung des Zuckerstoffwechsels, bei der erhöhte Blutzuckerspiegel auftreten. Der Begriff Diabetes mellitus stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Honigsüßer Durchfluss“, da ein Teil der Blutzuckers über die Nieren ausgeschieden wird und im Urin erscheinen kann. Die Diagnose wird gestellt ab einem nüchtern gemessenen Blutzucker von ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l). Darüber hinaus spricht man auch dann von einem Diabetes mellitus, wenn zwei Stunden nach dem Trinken von 75g Zuckerlösung ein Blutzucker von ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) gemessen wird (sogenannter oraler Glukosetoleranztest = oGTT). Je nach Ursache werden verschiedene Diabetes-Typen unterschieden.

Typ-1-Diabetes

Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei welcher sich Abwehrproteine (sogenannte Antikörper) gegen körpereigenes Gewebe, in diesem Fall gegen die Insulin-produzierenden Betazellen der Langerhansschen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) richten. In der Folge produziert der Körper wenig bis gar kein Insulin mehr. Das Hormon Insulin hat im Körper die Aufgabe, den Transport von Zucker aus dem Blut in alle Körperzellen zu ermöglichen. Da Insulin das einzige Hormon im Körper ist, das dies ermöglicht, kommt es bei Insulinmangel unbehandelt zu einem Anstieg des Blutzuckers.

Typ-2-Diabetes

Beim Typ-2-Diabetes liegt regelmäßig eine schlechte Insulinwirkung (=Insulinresistenz) vor, was bedeutet, dass Insulin zwar vorhanden ist, aber den Transport von Zucker vom Blut in die Zellen nicht in ausreichendem Maß ermöglicht. Auch hier ist in der Folge der Blutzucker erhöht, während der Zucker in den Zellen fehlt. Ursache hierfür sind neben einer genetischen (familiären) Veranlagung sowie einem höheren Lebensalter oft zusätzlich Übergewicht und/oder Bewegungsmangel. Um diese mangelnde Insulinwirkung auszugleichen, ist der Körper zwar über Jahre in der Lage, die Insulinherstellung zu steigern. Bei Diagnosestellung des Typ-2-Diabetes wird aber meist schon eine fortschreitende Verminderung der Insulinmenge festgestellt. Typ-2-Diabetes tritt mit steigendem Lebensalter häufiger auf, wird heute aber zunehmend auch bereits bei jüngeren Menschen beobachtet.

Gestationsdiabetes

Von einem Gestationsdiabetes spricht man, wenn erhöhte Blutzuckerwerte erstmals in der Schwangerschaft festgestellt werden. Ein erhöhtes Risiko für einen Gestationsdiabetes besteht z.B. bei Frauen, deren Körpergewicht vor der Schwangerschaft erhöht war, bei denen nahe Verwandte einen Diabetes haben oder die bereits ein Kind mit hohem Geburtsgewicht zur Welt gebracht haben. Im Vordergrund steht die Gesundheit des Kindes, so dass bei Gestationsdiabetes niedrigere Grenzwerte für die Diagnose gelten.

Therapie

Die Behandlung des Typ-1-Diabetes beinhaltet neben einer vollwertigen Ernährung immer auch das Spritzen von Insulin. Das Spritzen ist erforderlich, da Insulin als Tablette aufgenommen durch die Magensäure verstört wird, ohne Wirkung zu entfalten. Bei Typ-2-Diabetes kann die Ursache mit Tabletten behandelt oder aber auch zusätzlich Insulin gespritzt werden. Daneben ist ein gesunder Lebensstil mit vollwertiger Ernährung, viel Bewegung und - falls Übergewicht vorliegt - eine Gewichtsabnahme wirksam. Bei Diabetes empfiehlt man heute keine spezielle Diät mehr und auch strikte Verbote z.B. von Süßigkeiten gehören der Vergangenheit an. Stattdessen wird eine vollwertige Ernährung mit viel Gemüse und Obst, ein sparsamer Verbrauch von Fett und zuckerreichen Lebensmitteln und die Teilnahme an einer Diabetesschulung empfohlen. Ähnlich sind die Ernährungsempfehlungen bei Gestationsdiabetes. Bleibt dennoch der Blutzucker in der Schwangerschaft erhöht, ist zusätzlich eine Insulintherapie erforderlich.

Anzeichen für einen Diabetes

können sein

  • Häufige Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit
  • Vermehrter Durst
  • Häufiges Harnlassen
  • Infektanfälligkeit
  • Wundheilungsstörungen
  • Gewichtsverlust

Dr. med. Winfried Keuthage

 

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